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[Up] #1
prex
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Beigetreten: 16.11.2011 19:59:58
Beiträge: 3
Betreff: Schalldichte, nichttragende Innenwand bauen
Hallo zusammen

Ich sollte bei mir eine Trennwand bauen. Wird eine nichttragende Innenwand. Da die Wand ein Zimmer zum Wohnzimmer abtrennen soll, muss sie einen einigermassen guten Schallschutz bieten (auf beide Seiten). Das Zimmer ist übrigens mein Schlafzimmer und ich möchte weder, dass ich dauernd den Mitbewohnern zuhören muss, noch dass die hören, was in meinem Schlafzimmer so los ist smilie.

Zu den Rahmenbedingungen: Das Zimmer ist umgeben von vier tragenden Wänden, die den Lärm vollkommen dämmen. Zum Wohnzimmer befindet sich eine etwa 1.5m grosse Öffnung. Die neue Wand soll nun L-förmig mit einer Türe werden. Die L-Form damit meine Arbeitszimmertüre gerade auch hinter der Wand ist. Am Boden befindet sich Parkett, welcher auf keinen Fall beschädigt werden darf. Die Decke ist Beton. Eine anliegende Wand ist auch aus Beton und verputzt. Die andere anliegende Wand ist aus Fermacell.

Nun bin ich auf der Suche nach den richtigen Materialien und dem nötigen Aufbau, damit das ganze einen guten Schallschutzwert bekommen. Von den Fermacellwänden bin ich etwas entteuscht, vielleicht liegts auch an der Isolation.

Zuerst stellt sich nun also die Frage nach dem Material: Fermacell, Rigips, Knauf, Spanplatte oder sonst was? Mein Architekt meint, dass Fermacell gar nicht besser den Schall dämmt als eine Spanplatte. Er meint auch, dass ich mit den Gipsplatten nur eine riesen Schweinerei anrichte, die extrem mühsam zu schneiden sind und man die auch noch mühsam nachbearbeiten muss, bevor man sie malt.
Meiner Meinung nach gibt es zwei Grundsätze: Entweder die Platte ist extrem schwer, dass sie gar nicht mitschwingt, oder sie ist biegsam und schwingt gut mit, wodurch der Lärm abgefangen wird.

Die zweite Frage nach dem Profil: Wie breit müsste ich das ungefähr machen? Soll ich das mit diesen Metallstücken erstellen, oder mit Holzbalken?

Dritte Sache: Wie baue ich eine einigermassen entkoppelte Konstruktion, die eine grosse Schalldämmung bringt? Wenn ich die Platten jeweils an die gleichen Balken anschreibe, schwingen ja beide Seiten mit... Weiter: Gibt es eine spezielle Empfehlung für den Dämmstreifen am Boden, der Decke und an den Seiten?

Und letzte Sache: Mit was fülle ich die Konstruktion? Dämmplatten, irgendwelche Wolle, Kunststoff?


Natürlich bin ich auch über weitere Vorschläge zur optimalen Schalldämmung dankbar.

Mit freundlichen Grüssen

prex
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[Up] #2
dermeister
Stammgast
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Beigetreten: 19.03.2011 21:03:34
Beiträge: 18
Betreff: AW:
Ich sollte bei mir eine Trennwand bauen. Wird eine nichttragende Innenwand. Da die Wand ein Zimmer zum Wohnzimmer abtrennen soll, muss sie einen einigermassen guten Schallschutz bieten (auf beide Seiten). Das Zimmer ist übrigens mein Schlafzimmer und ich möchte weder, dass ich dauernd den Mitbewohnern zuhören muss, noch dass die hören, was in meinem Schlafzimmer so los ist .

verständlich, eine gut montierte Wand kann das

Zu den Rahmenbedingungen: Das Zimmer ist umgeben von vier tragenden Wänden, die den Lärm vollkommen dämmen. Zum Wohnzimmer befindet sich eine etwa 1.5m grosse Öffnung. Die neue Wand soll nun L-förmig mit einer Türe werden. Die L-Form damit meine Arbeitszimmertüre gerade auch hinter der Wand ist. Am Boden befindet sich Parkett, welcher auf keinen Fall beschädigt werden darf. Die Decke ist Beton. Eine anliegende Wand ist auch aus Beton und verputzt. Die andere anliegende Wand ist aus Fermacell.

Die neue Trennwand kann nur so gut sein wie die angrenzenden Bauteile, die scheinen in Ordnung zu sein.
Türe... das wird der Schwachpunkt 1 sein. Ich empfehle eine Vollspantüre eventuell mit absenkbarer Bodendichtung. Dreiseitig gefälzt mit vernünftiger Gummidichtung. Die Zarge gut verfüllen. Es gibt speziellen 2K Zargenschaum -bei Holzzargen... Stahlzargen satt mit Mineralwolle ausstopfen. Die Anschlüsse mit Dichtstoff vefugen.
Schwachpunkt 2, der Boden. sollte optimal aufgetrennt werden. Würde ich in dem Fall aber auch nicht tun. Im Endeffekt wird die Trennwand max. 39dB nicht überschreiten, abz. der Schallwerte der Türe.


Nun bin ich auf der Suche nach den richtigen Materialien und dem nötigen Aufbau, damit das ganze einen guten Schallschutzwert bekommen. Von den Fermacellwänden bin ich etwas entteuscht, vielleicht liegts auch an der Isolation.

Wenn die richtig ausgeführt sind, müßten die vernünftige Werte haben. Bei einlagiger Beplankung im Bestand eventuell beidseitig eine zweite Lage aufbringen. In Fermacell kann man die zweite Lage Klammern. Das bringt ca +2 bis 3dB. Auch hier gilt Anschlüsse beachten. Fehlt die Hohlraumdämmung, die Wand öffnen, Dämmung rein, Wand schließen. Murks bleibt Murks.

Zuerst stellt sich nun also die Frage nach dem Material: Fermacell, Rigips, Knauf, Spanplatte oder sonst was? Mein Architekt meint, dass Fermacell gar nicht besser den Schall dämmt als eine Spanplatte. Er meint auch, dass ich mit den Gipsplatten nur eine riesen Schweinerei anrichte, die extrem mühsam zu schneiden sind und man die auch noch mühsam nachbearbeiten muss, bevor man sie malt.
Meiner Meinung nach gibt es zwei Grundsätze: Entweder die Platte ist extrem schwer, dass sie gar nicht mitschwingt, oder sie ist biegsam und schwingt gut mit, wodurch der Lärm abgefangen wird.

Du hast das Prinzip erkannt, biegeweiche Schale. Ich würde das System Knauf W112/100 mm dick einbauen, das ist mehr als ausreichend:

http://www.knauf.de/content/de/trockenbau/systeme/wandsysteme/metallstaenderwaende/Wandsysteme_1.php

Gipskartonplatten, Knauf, Rips etc. Lassen sich gut schneiden, also mit dem Cuttermesser anritzen und brechen, sind preisgünstig und eigentlich leicht zu verarbeiten.
Gipsfaserplatten und Spanplatten müssen gesägt werden.

Grundsätzlich vor der Endebeschichtung mit Tiefgrund satt einlassen.


Die zweite Frage nach dem Profil: Wie breit müsste ich das ungefähr machen? Soll ich das mit diesen Metallstücken erstellen, oder mit Holzbalken?

Metallständer, CW/UW 50


Dritte Sache: Wie baue ich eine einigermassen entkoppelte Konstruktion, die eine grosse Schalldämmung bringt? Wenn ich die Platten jeweils an die gleichen Balken anschreibe, schwingen ja beide Seiten mit... Weiter: Gibt es eine spezielle Empfehlung für den Dämmstreifen am Boden, der Decke und an den Seiten?

Entkoppeln heißt die angernzenden Bauteile aufschneiden. Wenn nicht mußt Du mit den Gegebenheiten leben. Auf jeden Fall alle Anschlüsse dicht anspachteln, und ev. elastisch verfugen.

Dichtstreifen unter den Anschlussprofilen als Moosgummistreifen auszuführen, besser mit Trennwandkitt. Acryldichtstoff unter die U-Profile tut es auch.


Und letzte Sache: Mit was fülle ich die Konstruktion? Dämmplatten, irgendwelche Wolle, Kunststoff?

Glaswolle Tw1, 40 mm, besser Sonorock oder Thermarock, = höhere Rohdichte und Strömungswiderstand...


Natürlich bin ich auch über weitere Vorschläge zur optimalen Schalldämmung dankbar.

viel Spass!
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[Up] #3
prex
Neu hier
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Beigetreten: 16.11.2011 19:59:58
Beiträge: 3
Betreff: AW:
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Macht schon einiges klarer.

dermeister:

Schwachpunkt 2, der Boden. sollte optimal aufgetrennt werden. Würde ich in dem Fall aber auch nicht tun. Im Endeffekt wird die Trennwand max. 39dB nicht überschreiten, abz. der Schallwerte der Türe.

Ja, auftrennen geht nicht. Was würdest du unter die Profile machen? Habe gehört, dass die den versiegelten Parkettboden auch angreifen. Wäre es darum schlau, die Konstruktion nur an einzelnen Stellen aufzulagern. Bin mir jetzt nicht sicher, ob das die Schall eher reduziert (da entkoppelt) oder maximiert (da ja irgendwie etwas Luft dazwischen ist).


Du hast das Prinzip erkannt, biegeweiche Schale. Ich würde das System Knauf W112/100 mm dick einbauen, das ist mehr als ausreichend:

http://www.knauf.de/content/de/trockenbau/systeme/wandsysteme/metallstaenderwaende/Wandsysteme_1.php

Gipskartonplatten, Knauf, Rips etc. Lassen sich gut schneiden, also mit dem Cuttermesser anritzen und brechen, sind preisgünstig und eigentlich leicht zu verarbeiten.
Gipsfaserplatten und Spanplatten müssen gesägt werden.

Grundsätzlich vor der Endebeschichtung mit Tiefgrund satt einlassen.



Gipsfaserplatten zu sägen scheint eindeutig mühsam zu sein. Bei der Spanplatte würde ich das möglichst optimal zusägen lassen und den Rest kann ich ja problemlos auch noch zu Hause sägen.
Mein Architekt meint halt auch, dass Gipskartonplatten halt irgendwie wie Karton/ schlecht aussehen, wenn ich die nicht professionell verputze.
Wenn ich eine Spanplatte verwende, zählt das dann auch unter "biegeweiche Schale" und habe ich etwa die gleiche Schalldichtung wie mit einer Fermacellwand?


Metallständer, CW/UW 50


Spricht denn irgendwas gegen Spanplatten? So als Material ist es mir sympathischer smilie.


Auf jeden Fall alle Anschlüsse dicht anspachteln, und ev. elastisch verfugen.

Aber zwischen die Profilkonstruktion und Wände/Decken kommt auf grundsätzlich noch der Filz, oder lässt man das da weg und tut nur verfugen?


Achja, nochwas: In den Broschüren sehe ich immer, dass einzelne kleinere Platten verwendet werden. Ist logistisch natürlich einfacher. Aber macht es Schalltechnisch einen Unterschied?

Gruss prex
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Reibesliese
Alter Hase
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Beigetreten: 11.10.2008 22:30:44
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Betreff: AW:
Sofern die Füße deines Bettes auf einer Filzunterlage stehen und eine Vorschrift zum Tragen von Birkenstocksandalen erlassen wird, wäre die Eingrenzung der Schalllängsübertragung über den Fußbodenaufbau ebenfalls möglich. smilie
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prex
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Beigetreten: 16.11.2011 19:59:58
Beiträge: 3
Betreff: AW:
Reibesliese:
Sofern die Füße deines Bettes auf einer Filzunterlage stehen und eine Vorschrift zum Tragen von Birkenstocksandalen erlassen wird, wäre die Eingrenzung der Schalllängsübertragung über den Fußbodenaufbau ebenfalls möglich. smilie


Das Lustige ist, beides ist der Fall smilie.
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